Interview mit Ezra Lehmann

Ezra Lehmann hat seit 2002 einen Landwirtschaftsbetrieb in Angeln, nordöstliches Schleswig-Holstein, gepachtet.

Seit wann wirtschaften Sie ökologisch und was waren Ihre Beweggründe sich für diese Form der Landwirtschaft zu entscheiden?

Ich bin auf einem ökologischen Milchviehbetrieb in Pennsylvania aufgewachsen, daher stammt meine Begeisterung und Überzeugung, dass die ökologische Arbeitsweise der richtige Weg für mich ist. Zugleich habe ich bei der Umstellung der Herde auf Frühjahrskalbung und Vollweidefütterung vom Austausch mit überwiegend konventionellen „Low-Cost“ Landwirten aus England, Irland und Neuseeland profitiert, deren langjährige Erfahrung mit Weidemanagement aus meiner Betriebsführung nicht mehr wegzudenken ist.

Wie viele Kühe melken Sie?

Ich melke derzeit 26 Schwarzbunte, in der Nachzucht finden sich aber auch Angler und Jerseykreuzungen.

Wo liegt Ihr Betrieb und wo sehen Sie die Vor- und Nachteile der Lage?

Der Betrieb im sanften Hügelland östlich von Flensburg ist vollarrondiert. Wo sollen die Nachteile sein? Es gibt nur Herausforderungen.

Welchen Chancen und Gefahren sehen Sie bei der Bio-Milchproduktion in den nächsten Jahren?

Die Chancen sind gleichzeitig die Gefahr, denn die derzeit positive Entwicklung im Biomilchsektor könnte dazu führen, dass man sich zu sehr auf die guten Preise verlässt und dabei den Blick auf die Optimierung der eigenen Erzeugungskosten vernachlässigt.

 Welchen Tipp geben Sie Bio-Einsteigern?

Diese Situation kenne ich ja nicht, aber man muss schon von seiner Arbeit überzeugt sein, um Erfolg zu haben.

 

 

Die Bilder wurden für den Artikel "Mission Milch - Familie Lehmann und die Gläserne Meierei gehen neue Wege" aufgenommen. Der Artikel erschien in der April-Ausgabe 2008.